Lokale Messdaten archäologischer Grabungen im GIS verarbeiten

Oft steht man bei der Bearbeitung und Auswertung archäologischer Grabungsdokumentationen vor dem Problem, lokale Messdaten in bestimmte Projektionssysteme, zum Beispiel in Gauss-Krüger Zone 4 (EPSG: 31468) zu überführen. Liegen die Messdaten in einer Tabelle vor, kann diese als Punktlayer ins GIS eingelesen werden.

Um die lokalen Entfernungsangaben in Koordinatenpaare des jeweiligen Projektionssystems zu übersetzen, braucht man zumindest die Koordinaten des lokalen Nullpunkts in der entsprechenden Projektion. Mit einer einfachen Tabellenkalkulation kann man diese schnell in zwei neuen Spalten berechnen. Die Formel dafür wäre allgemein:

Spalte X = X-Koordinate vom Nullpunkt + (Zelle mit lokaler X-Entfernung)

Spalte Y = Y-Koordinate vom Nullpunkt + (Zelle mit lokaler Y-Entfernung)

koordinaten

gvSIG CE kann solche Daten als Punktdateien einlesen, die dann bequem weiterverarbeitet werden können. Zunächst speichert man die Tabelle als csv-Datei ab, wobei ein Punkt als Dezimalzeichen der Koordinaten notwendig ist.

Anschließend lädt man sie via Projektverwalter -> Tabelle hinzufügen in ein Projekt. Die importierten Daten erscheinen automatisch als Tabelle.

Nach dem Wechsel in die Datensicht wählt man im Menü Datensicht den Eintrag Ebene erstellen als -> Punkte aus Tabellen und legt fest, welche Spalten die Werte für die X- und Y-Koordinaten beinhalten.

beispieltabelle

Wenn alles richtig ausgewählt ist, wird  automatisch ein temporäres Punktlayer zur Datensicht hinzugefügt. Will man die Daten behalten, sollte man sie als shapefile o.ä. abspeichern/exportieren.

 

punkte